„Helfen macht Spaß! “ So lautet das Motto des Vereins „Kolbermoorer helfen“.

 Erste Vorsitzenden Gabi Böning - Verein Kolbermoorer helfen
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Wenn man der Ersten Vorsitzenden Gabi Böning begegnet, leuchtet einem etwas entgegen, das Innigkeit und Herzenswärme versprüht. Für sie wäre es vielleicht passender zu sagen: „Helfen macht Freude!“. In unserer neuen Serie „Menschen für Kolbermoor“ stellen wir in unregelmäßigen Abständen Persönlichkeiten rund um Kolbermoor vor.

Kolbermoor – Die geborene Münchnerin Gabi Böning lebt seit 1992 mit ihrer Familie in Kolbermoor. Hier in der Stadt und hier in dieser wunderbaren Landschaft ist sie glücklich. Hier hat sie ihre beiden Kinder groß gezogen. Von Anfang an war sie unter denjenigen Eltern zu finden, die mitgestaltet haben, im Kindergarten oder im Elternbeirat der Schulen.

Als 2001 der Verein „Kolbermoorer helfen“ gegründet wurde, war die engagierte Familienmanagerin auch mit dabei. „Ich bin so dankbar, dass es mir und meiner Familie so gut geht, dass ich bis jetzt von großen Schicksalsschlägen verschont geblieben bin und mich hier in Kolbermoor so wohlfühlen darf. Deshalb möchte ich von diesem guten Leben an andere etwas weitergeben“, gesteht Gabi Böning.

Das hört sich weder nach „Helfersyndrom“ noch nach Geltungsbedürfnis an. Man spürt, dass es einfach aus dem Herzen kommt, dieses Bedürfnis nach Unterstützung für diejenigen, die in Not geraten sind und finanzielle Hilfe brauchen.

Der gelernten Bürokauffrau ist es wichtig, dass alles seine Richtigkeit hat, wenn es um Spendengelder geht. Für den Verein „Kolbermoorer helfen“ hat sie stets in enger Zusammenarbeit mit dem Sozialreferat der Stadt Kolbermoor für die Verteilung der Spendengelder an nachweislich Bedürftige gesorgt und durch korrekte Vergabekriterien und nachvollziehbare Buchführung das Vertrauen sowohl der Spender als auch der Stadt gewonnen.

Als 2013 das Hochwasser kam, entstand über Nacht viel Not – und gleichzeitig ging eine Flut von Spenden ein. In dieser Ausnahmesituation bat Bürgermeister Peter Kloo den Verein ganz unbürokratisch darum, die Hochwasser-Spenden über das Konto des Vereins abzuwickeln. Gabi Böning empfindet das noch heute als Ehre und verantwortungsvolle Verpflichtung zugleich.

Eine gute Nachricht für alle Hochwassergeschädigten: Noch immer stehen restliche Gelder zur Verfügung, da die Antragsfrist für die Aufbauhilfe erst Ende Juni 2015 ausläuft. Betroffene können sich nach wie vor beim Verein „Kolbermoorer helfen“ (Telefon 08031/299173) oder beim Landratsamt (Telefon 08031/392-01) melden und Rechnungen einreichen.

Wer sich im Verein engagieren möchte, kann gerne Mitglied werden. Der Jahresbeitrag beträgt zwölf Euro. Die Mitglieder helfen mit beim „Spülmobil“ auf dem Bürgerfest oder beim eigenen Stand auf dem Weihnachtsmarkt. Auch bei der Weihnachtspäckchen-Aktion für bedürftige Kolbermoorer sowie beim Osternest-Verteilen sind die aktiven Mitglieder gefragt.

Spendengelder für Hochwasseropfer

Beim Verteilen der Päckchen zeige sich häufig, wie wichtig der persönliche Kontakt für die betreffenden Spendenempfänger sei, berichtet Gabi Böning. Daher besuchten die aktiven Mitglieder inzwischen zunehmend „alte Bekannte“, die sich bereits auf den kleinen Plausch freuen, der mit dem Aushändigen der Spendenpäckchen verbunden sei.

Besonders beeindrucken Gabi Böning immer wieder Menschen – meist ältere Frauen -, die sich schwer tun, Hilfe anzunehmen, obwohl sie sie dringend gebrauchen könnten. Daher bittet sie um Hinweise, wenn jemand in Not ist, ohne sich zu melden.

Eine andere Initiative hat Gabi Böning mitgegründet, die „Talente-Tauschbörse“ im Bürgerhaus „Mangfalltreff“. „Zum Beispiel Kuchen backen gegen Rasen mähen, kleinere Leistungen und Gefälligkeiten gegeneinander tauschen. Wichtig ist dabei, dass sich alles im Rahmen der ehrenamtlichen Tätigkeit bewegt und nicht in die Schwarzarbeit abrutscht“, betont die Vorsitzende von „Kolbermoorer helfen“.

Dank ihres unermüdlichen Einsatzes öffnete sich vor zwölf Jahren überraschend eine Türe für ihr berufliches Glück. Damals initiierte sie eine Lebensmittelpäckchen-Aktion bei Schülern in Bad Aibling und erfuhr dabei, dass in Bruckmühl eine Schulsekretärin gesucht wurde. Nach elf Jahren als Hausfrau und Mutter bekam sie mit Ende 30 diese Stelle und fühlt sich dort auch heute noch wohl. Ja, so kann’s gehen, wenn man anderen einfach nur aus Freude hilft!